Alfred Hrdlicka - genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen

Österreichs umstrittendster Künstler ist gestern gestorben. Alfred Hrdlicka war Bildhauer, Zeichner, Grafiker und Maler - und immer politisch sehr engagiert. 1988 schockte er seine Heimatstadt Wien, als sein Mahnmal gegen Krieg und Faschismus in der Innenstadt aufgestellt wurde. Ein Störkörper inmitten einer idyllischen, fast puderzuckrigen Umgebung. Der Protest verebbte mit den Jahren, heute ist die österreichische Hauptstadt stolz und vermarktet das Mahnmal und die Skulptur des “straßenschrubbenden Juden” als Attraktionen.

Geboren wurde Alfred Hrdlicka am 27. Februar 1928. Sein Vater war bekennender Kommunist und musste unter den Nazis abtauchen. Er selbst absolvierte zuerst eine Zahntechniker-Ausbildung, bevor er sich nach dem Krieg der bildenden Kunst zuwandte. Während die allgemeine Tendenz hin zur Abstraktion ging, blieb er der Figürlichkeit treu. Ebenso seinem politischen Engagement und dem körperlichen Einsatz beim Entstehen seiner Skulpturen. Zu seinem 80. Geburtstag meinte er deshalb, dass er sich zu Tode geschunden habe.

Einen schönen Artikel veröffentlichte die FAZ zu seinem 80. Geburtstag. Und ein wunderbarer Film wurde kurz nach der Todesnachricht auf YouTube eingestellt.

Richard Todd - genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen

Seinen 90. Geburtstag konnte der englische Schauspieler irischer Abstammung am 11. Juni feiern. Sein größter Erfolg war der Film “A Hasty Heart” (Gezählte Stunden), für den er 1950 eine Oscar-Nominierung als bester Newcomer erhielt. In den 50er Jahren drehte er für Disney einige Film, u.a. als Robin Hood. Der Konzern bedankte sich 2002 mit der Ernennung zur “Disney Legend”. Weiterhin wirkte er mit an Produktionen wie “Der längste Tag” und “Das Bildnis des Dorian Gray”. Richard Todd erlag am 3. Dezember den Folgen seines Krebsleidens.

Eric Woolfson - genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen

Bereits mit 18 Jahren überzeugte Eric Woolfson als Session-Pianist, dennoch widmete er sich anfangs der Juristerei. Der Musik blieb er als Komponist und Texter treu, und Jahre später wurden seine “Woolfsongs” von Künstlern wie Marianne Faithful und Chris Farlowe aufgenommen.

Sein Zusammentreffen mit Alan Parson führt zu dem gleichnamigen “Project” und zu einer intensiven Zusammenarbeit. Geplant war eigentlich nur ein Konzeptalbum auf Grundlage der Geschichten von Edgar Allen Poe. Doch die “Tales of Mystery and Imagination” waren so erfolgreich, dass neun weitere Produktionen folgten.

Eric Woolfson war auch Produzent von Musicals wie “Gambler” und “Gaudi”, die auf der Basis von Alben von The Alan Parson Project entstanden und die beide in Deutschland ihre Weltpremiere feierten. Er starb gestern, am 2. Dezember 2009, mit 64 Jahren in London an Krebs.

Genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen: Karl Peglau

Am Samstag, den 28. November, verstarb der Erfinder der Ost-Ampelmännchen im Alter von 82 Jahren. 1961 hatte der Verkehrspsychologe Karl Peglau die Figuren entworfen, 1969 durchliefen sie Berlin eine Testphase und ab 1970 wurden sie in der DDR fächendeckend eingesetzt. Nach der Wende erlangten sie als “Maskottchen der Ostalgie” geradezu Kultstatus. Seit 1993 werden sie teilweise auch im Westen eingesetzt, da ihnen eine bessere Erkennbarkeit nachgesagt wird.

Karl Peglau war vom Erfolg seiner Figur, die mittlerweile 400 unterschiedliche Produkte ziert, mehr als überrascht. Bis kurz von seinem Tod hat er an der Entwicklung mitgearbeitet. Wer seine Ampelmännchen einmal im internationalen Vergleich sehen möchte, dem sei diese Wikipedia-Seite empfohlen.

Genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen: Erich Böhme

Der Spiegel Verlag meldete heute, dass sein langjähriger Chefredakteur im Alter von 79 Jahren verstorben ist. Erich Böhme leitete das Nachrichtenmagazin von 1973 bis 1989. 1990 wechselte er zum Fernsehen. Zu seiner Sendung “Talk im Turm” schreibt der Spiegel: Es war “eine wöchentliche Gesprächsrunde, deren Erfolg Beobachter in der Aktualität der Themen, dem auf Kontroverse angelegten Konzept und Böhmes pragmatisch-unideologischer Haltung ausmachten.” Auch “Die Zeit” kommentierte das Format und meinte, dass Talkshows am besten gelängen, “wenn die Leute einfach reden, und der Gastgeber sich zurückhält”.

Wie das in der Umsetzung aussah, zeigt das Beispiel einer Konfrontation zwischen Nina Hagen und u.a. auch Angela Merkel:

Genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen: Jan Leighton

Heute berichtete die New York Times erst über seinen Tod, doch gestorben ist der “Mann der 3.000 Gesichter” bereits am 16. November in Manhattan an den Folgen eines Schlaganfalls. Jan Leighton wurde am 27. Dezember 1921 in der Bronx geboren. Anfangs betätigte er sich als Schuhverkäufer, seine Sehnsucht nach der Schauspielerei gewann dann die Oberhand. Er hatte zwar Engagements in Theater, Film und Fernsehen - seinen Lebensunterhalt verdiente er jedoch im Wesentlichen mit Werbung.

Leighton recherchierte historische Persönlichkeiten und schlüpfte - mit teils selbst entworfenen Kostümen - in deren Rollen. Als Fidel Castro warb er für Bic Feuerzeuge, als Albert Einstein für Toyota, als Johann Sebastian Bach für eine Biersorte, als Abraham Lincoln, Clark Gable und Groucho Marx für verschiedene Banken. Sogar die ehemalige “Eiserne Lady”, Maggie Thatcher, war in seinem Repertoire enthalten.

Seine Einsätze als “menschliches Chamäleon” brachten ihm einerseits einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde ein (1998 für insgesamt 3.395 Rollen). Andererseits führten sie dazu, dass man sein eigenes Gesicht trotz der Medienpräsenz überhaupt nicht kannt.

CBS hat seinen Commercials 2005 einen Beitrag gewidmet, der wirklich sehenswert ist und der auch den Auftritt als Maggie Thatcher enthält. (Sorry, der erst Spot gehört natürlich nicht dazu.)

Watch CBS News Videos Online

Genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen: Evan Chandler

Geld macht nicht glücklich! Das mußte Evan Chandler am eigenen Leib erfahren.

Er war der Mann, der in den 90ern Michael Jacksons Karriere zerstörte, weil er behauptete, der Popstar habe seinen damals zwölf Jahre alten Sohn Jordan sexuell mißbraucht. Jackson zahlte ihm und seiner Familie darauf hin eine Abfindung von 23 Millionen Dollar.

Doch nicht nur die Medien warfen ihm Profitgier vor. Um den wütenden Michael Jackson Fans zu entkommen, war Chandler gezungen, sich bis zur Unkenntlichkeit operieren zu lassen. Und auch sein Sohn distanzierte sich später von ihm und brach den Kontakt zu ihm ab. Nach dem Tod des King of Pop gab Jordan zu, damals auf Druck des Vaters gelogen zu haben und nie von Jackson mißbraucht worden zu sein.

Fünf Monate später brachte sich der 65-Jährige Evan Chandler nun vor einigen Tagen um. Offenbar hatte er Krebs.

Aus gegebenen Anlass - und weil wir ja noch nicht genug Michael Jackson in den letzten Monaten hören mußten:

Seit 15 Jahren genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen: Pornostar Joey Stefano

Geboren wurde er am 1. Januar 1968 als Nicholas Anthony Iacona jr. in Pennsylvania. Gestorben ist er als Joey Stefano am 26. November 1994 in Hollywood. Dazwischen lagen 26 Jahre, in denen er kurzfristig zu einem der bekanntesten schwulen Porno-Darsteller in einer passiven Rolle in den USA wurde. 1989 erhielt er den “Oscar” der Porno-Industrie, den XRCO Gay Award, als bester Newcomer.

1990 wurde bekannt, dass er HIV infiziert ist. Da gleichzeitig sein Drogenkonsum stieg, neigte sich seine kurze Karriere schnell dem Ende zu. In den nächsten Jahren verdiente sein Geld mit Tanzen und Strippen in Nachtclubs sowie als Callboy. Joey Stefano starb vor 15 Jahren in einem Motel-Zimmer an einem Drogenmix aus Kokain, Morphium und Heroin.1996 veröffentlichte Charles Isherwood ein Buch über sein kurzes Leben, das zugleich eine Abrechnung mit der Porno-Industrie ist.

Genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen: Charis Wilson

Sie war Sekretärin, Geliebte und Muse des berühmten amerikanischen Fotografen Edward Weston. Er machte sie 1937 zu seiner Ehefrau, die Scheidung erfolgte 1946. Durch seine Aufnahme wurde sie in den 30er Jahren zum berühmtesten Aktmodell der Welt. Charis Wilson starb am 20. November in ihrem Haus im kalifornischen Santa Cruz im Alter von 95 Jahren. Ausführlich berichtet die New York Times.

Genauso tot wie die Pelztiere, die für Max Mara sterben müssen: das Schaf Lucky

Trauer bei Familie Westgarth im australischen Bundesstaat Victoria: Mit 23 Jahren ist das älteste Schaf der Welt gestorben. Lucky war als Lamm von seinem Muttertier verstoßen und von der Familie adoptiert worden. In deren Kreis ist es nun friedlich entschlafen und wird unter seinem Lieblingsbaum begraben; selbst ein Grabstein ist geplant.

Lucky wurde bereits vor zwei Jahren ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Was nicht verwunderlich ist, da 23 Schafsjahre immerhin 180 Menschenjahren entsprechen. Ihm zum Gedenken nun der Titelsong eines seiner entfernten Verwandten.

« Older Entries

Newer Entries »